Ländlich einfach mutet das Leben an, das Hedwig (Sandra Hüller) und Rudolf Höß (Christian Friedel) führen, irgendwo in der polnischen Provinz, wo sie mit den Kindern an malerischen Seen baden, Geburtstag feiern, wo sie den Haushalt führt und er tagtäglich zur Arbeit geht. Er hat es nicht weit, denn direkt hinter dem schmucken Haus mit großem Garten erstreckt sich das Gelände von Auschwitz. Die Schrecken des Holocaust werden aus der Perspektive von Rudolf Höss, dem Kommandanten von Auschwitz, und seiner Familie geschildert, die in ihrem Bilderbuchheim Mauer an Mauer mit dem Vernichtungslager ein äußerst privilegiertes Leben führen.

Vor gut zehn Jahren erschien Martin Amis Roman „The Zone of Interest“, in dem der britische Skandalautor einen kaleidoskopartigen Blick auf das Leben diverser Menschen warf, die in und um Auschwitz lebten und arbeiteten. Diesen Roman hat Regisseur Jonathan Glazer adaptiert, zum Glück nur lose, streng genommen kaum mehr als Amis’ erzählerischen Ansatz übernehmend, aber den Voyeurismus des Romans ignorierend. Glazers Film bleibt immer im Außen, überquert nie die Mauern von Auschwitz, zeigt das nur scheinbar ganz normale Leben im Schatten des Grauens.

.

Vorstellungen im Onikon:

Dienstag, den 21.05.2024 um 20:00 Uhr

Mittwoch, den 22.05.2024 um 20:00 Uhr

 

Fotos: © LEONINE