Der junge Deutsche Benjamin (David Kross) lernt auf einer Asienreise in einer Disco die Kambodschanerin Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) kennen. Sie verbringen eine gemeinsame Nacht, und obwohl sich herausstellt, dass das Mädchen als Bargirl arbeitet, entwickelt sich bald eine Liebesgeschichte. Benjamin bleibt zunächst in Kambodscha und lernt Sreykeos Welt kennen. Obwohl ihm so vieles fremd und rätselhaft ist, sind seine Gefühle für sie tief und er kümmert sich um sie. Als ihm das Geld ausgeht, reist Benjamin zurück nach Deutschland und beginnt ein Praktikum. Da teilt Sreykeo ihm mit, dass sie HIV-positiv ist. Benjamin will ihr um jeden Preis beistehen und besorgt ihr bessere Medikamente, als sie in ihrem Land bekäme. Doch bald treten die Unterschiede zwischen westlicher und kambodschanischer Lebensweise schärfer hervor. Für beide beginnt eine Zeit voller Missverständnisse und Zweifel.

Der Film erhielt zu seinem Kinostart am 21.01.2010 von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) das Prädikat besonders wertvoll. Hier die damalige Begründung der Jury:

„Solch einen Film hat wohl kaum jemand von Detlev Buck erwartet. Er erzählt die auf einer wahren Begebenheit beruhende Liebesgeschichte des jungen Rucksacktouristen Ben und der kambodschanischen Prostituierten Sreykeo so ernsthaft und einfühlsam, dass man von einem Entwicklungssprung des einstigen Komödienmachers sprechen kann.

Er inszeniert atmosphärisch stets dicht, und sowohl die in Asien wie auch die in Deutschland gedrehten Sequenzen wirken zum einen durch die ausgezeichnete Kameraarbeit, besonders aber durch die guten Leistungen des Darstellerensembles verblüffend authentisch. Mit David Kross und Apinya Sakuljaroensuk hat Buck zudem ein Paar gefunden, dem es gelingt, viel von jener berühmten Chemie zwischen einander zu erzeugen, ohne die keine Liebesgeschichte im Kino funktionieren kann. So kann man auch die komplexen und oft widersprüchlichen Motive nachvollziehen, die beide vorantreibt. Denn Ben ist alles andere als ein guter Samariter und Sreykeo ist nicht käuflich und berechnend, wenn sie fordert, dass Ben auch ihre Familie finanziert. Beide leben in völlig verschiedenen Wertesystemen und während Ben seine Freiheit nicht verlieren will, bleibt Sreykeo auch als HIV-Infizierte immer ihrer Familie verpflichtet. Dass und wie die beiden trotz dieser Widerstände zueinanderfinden, erzählt der Film mit viel Liebe zu seinen Figuren.

Dabei überzeugt auch, wie dramaturgisch geschickt all diese Konflikte und Krisen im Film dargestellt werden. So reichen kurze Sequenzen, die allerdings durch Gastauftritte von Mario Adorf und Olli Dittrich geadelt werden, um Bens Arbeitssituation und seine Familie auf den Punkt zu bringen. Buck findet solche Bilder wie den Elefanten im Minenfeld, die poetisch Bens Situation in Kambodscha deutlich machen. Trotz der Tragik der Geschichte behält der Film eine ganz eigene Leichtigkeit. Buck war immer ein lakonischer Erzähler, und so wird er auch hier nie melodramatisch. So vermeidet er jeden falschen Ton, auch wenn das Thema des Sextourismus beständig mitschwingt.“

Vorstellung im Onikon:

Donnerstag, den 01.12.2022 um 20:00 Uhr

Fotos: ©  DCM